Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind immer noch die häufigsten Todesursachen bei Frauen und Männern in Deutschland. Dabei sind die koronare Herzkrankheit und der Schlaganfall an erster Stelle. Wichtige Risikofaktoren für Herz-Kreislauferkrankungen sind Rauchen, Adipositas, Bewegungsarmut, Fettstoffwechselstörungen, Bluthochdruck und Diabetes.

Um diesen Erkrankungen vorzubeugen, sollte man daher an den Risikofaktoren ansetzen. Dabei spielt vor allem die Bewegungsarmut eine große Rolle. Versucht man seinen Bewegungsmangel positiv zu beeinflussen und das Bewegungsverhalten deutlich aktiver zu gestalten, dann kann man auch die anderen Risikofaktoren positiv verändern:

Rauchen

Rauchen und Sport, wie passt das zusammen? Durch Sport kann die Lebensführung beeinflusst werden. Raucher, die mit dem Sport anfangen, schaffen es leichter von der Zigarette wegzukommen, wie unsportliche Raucher. Durch den Sport wird der Lebensstil automatisch verändert. Die meisten aktiven Personen sind insgesamt mit ihrem Leben zufriedener, ausgeglichener ernähren sich gesünder und viele merken dann, dass die Zigarette bei der sportlichen Aktivität eher ein Hindernis ist. Das heißt, der Sport und das Umfeld des Sports begünstigen das Aufhören von Rauchen.

Adipositas

Körperliche Aktivität führt zur Abnahme des Körpergewichts (2-3%) Dabei wird vor allem das Körperfett reduziert, aufgrund des erhöhten Kalorienverbrauchs. (Bei Diäten wird überwiegend Muskelmasse und nicht Fett abgebaut.) In Kombination mit angepasster Ernährung sind die Effekte noch größer.

Fettstoffwechselstörung

Die Wirkung des regelmäßigen körperlichen Trainings auf den Fettstoffwechsel zeigt sich durch eine Absenkung der Triglyceride, der Erhöhung des HDL-Cholesterins und der Senkung des atherogenen small dense LDL-Partikels. Das heißt, dass sich der Körperfettanteil und die Fettzellgröße reduziert und die Muskelmasse erhöht wird. Auch spezifische Enzyme und Transferproteine des Lipoproteinstoffwechsels werden verbessert.

Bluthochdruck

Regelmäßiges Sporttreiben (d.h. 2-3x pro Woche über einen Zeitraum von 60-90 Minuten) senkt sowohl den systolischen als auch den diastolischen Blutdruck. Dabei wird nicht nur der Blutdruck gesenkt, sondern das gesamte kardiovaskuläre Risikoprofil nachhaltig verbessert.

Diabetes mellitus

Auch bei Diabetes m. kann regelmäßiges Ausdauertraining die Krankheit sehr positiv beeinflussen.

Bei Typ-1-Dibates m. kann durch Ausdauersport das kardiovaskuläre Risikoprofil nachhaltig trainiert und der HbA1c-Wert verbessert werden.

Bei Typ-1-Diabtetes m. bewirkt ein regelmäßiges Training eine Senkung des Blutzuckers sowie die Verbesserung weiterer kardiovaskulären Risikofaktoren (Übergewicht, Dyslipidämie, Hypertonie). Ein wichtiger Wirkmechanismus ist die Verbesserung der Insulinsensivität, vor allem an der arbeitenden Muskulatur

 

Auch bei anderen kadiovaskulären Erkrankungen zeigt sich eine positive Wirkung durch den Sport.

Eine Studie von Wonisch et al. konnte belegen, dass bei Patienten mit Herzinsuffizienz körperliche Aktivität nicht schadet, sondern in allen Stadien einen gesundheitlichen Nutzen für die Patienten hat.

Betrachtet man andere Erkrankungen wie Krebs, Arthrose etc. kann auch hier der Krankheitsverlauf durch regelmäßige körperliche Aktivität begünstigt werden.

Aber ist es nicht einfacher Medikamente zu nehmen, als mehrmals die Woche regelmäßig Sport zu treiben?

Ja, vielleicht ist es einfacher, aber Medikamente haben auch eine Reihe von Nebenwirkungen, wie:

Depressionen, Schlafstörungen, Erschöpfung bzw. Müdigkeit, Kopfschmerzen, Schwindel, Übelkeit, Erbrechen, Diarrhoe, Bauchschmerzen, Appetitverlust, Gewichtsverlust, sexuelle Dysfunktionen/erektile Störung.

Schlussendlich kann man sagen, treiben Sie regelmäßig Sport! Das schützt Sie vor Erkrankungen und vor der Einnahme von Medikamenten!

 

 

Quellen:

Gesundheitsberichtserstattung, Robert-Koch-Institut, Gesundheit in Deutschland, 2015.

Gesundheitsberichtserstattung, Robert Koch Institut, Lebensführung und Sport, 2008.

Herpertz,S., DeZwaan, M. & Zipfel; S.(Hrsg.), Die Behandlung der Adipositas-Sport und körperliche Aktivität, 2008.

Predel, H.G.; Bluthochdruck und Sport, 2007.

vgl. Wonisch, Fruhwald,Hofmann, Pokan, Watzinger,Maier, Brandt & Klein,2002.

Sommer et al., Sport und Bewegung in der Prävention urologischer Erkrankungen, 2002; Buckwalter, J. A. et al., Athletics and ostheoarthrits, 1997.

Bild: https://www.beobachter.ch/gesellschaft/bewegung-sport-ist-eine-superpille